Albert Hetterle (* 31. Oktober 1918 in Petersthal bei Odessa; † 17. Dezember 2006 in Berlin) war ein deutscher Schauspieler, Regisseur und Theaterleiter.
Albert Hetterle studierte Pädagogik und ließ sich von Ilse Fogarasi zum Schauspieler ausbilden. 1936 wurde er Schauspiel-Eleve am Kollektivisten-Theater Odessa, eines deutschsprachigen Wandertheater-Ensembles in der Region Odessa und 1937 dort Schauspieler. Während der deutschen Besetzung der Ukraine spielte er im Deutschen Theater Odessa. Mit dem Rückzug der Wehrmacht wurde er 1944 umgesiedelt und wurde in Troppau noch Funktionär der Hitlerjugend.[1]
Nach dem Zweiten Weltkrieg spielte er von 1945 bis 1947 an der Chiemseer Bauernbühne, danach bis 1949 in Sondershausen, 1949/50 in Greifswald, 1950/51 am Landestheater Altenburg, 1951 bis 1953 in Erfurt und 1953 bis 1955 in Halle. Seit 1955 spielte er, von Maxim Vallentin geholt und debütierend als Karl Moor, bis 1998 durchgehend am Maxim-Gorki-Theater in Berlin. Von 1968 bis 1994 war er dort auch Intendant und inszenierte seit 1971 zeitgenössische, vor allem sowjetische Stücke und klassische Werke, darunter Gorkis Wassa Schelesnowa (1970), Nachtasyl (1977), Kleinbürger (1982) und Barbaren (1987) sowie Lessings Minna von Barnhelm (1972) und verschiedene Werke von Alexander Gelman. Er gastierte auch in Karl-Marx-Stadt und Dresden. In den 1980er Jahren setzte er im Spielplan zunehmend auf systemkritische sowjetische Autoren. Maßgeblich war seine 1988 als Intendant betriebene Durchsetzung der Aufführung des regimekritischen Stücks Die Übergangsgesellschaft von Volker Braun, welches den Untergang der SED-Diktatur vorwegnahm.
Seit Ende der 1950er Jahre war Hetterle auch des Öfteren im Kino und DDR-Fernsehen zu sehen. 1962 und 1977 erhielt er den Nationalpreis der DDR für Kunst und Literatur. Seit 1967 war er Mitglied der Berliner SED-Bezirksleitung. In diesem Jahr bekam er auch den Goethepreis der Stadt Berlin. 1993 war er Juror für den Alfred-Kerr-Darstellerpreis. Verheiratet war er mit der Schauspielerin Monika Hetterle. Ihre Söhne Marc Hetterle und Alexander Hetterle wurden ebenfalls Schauspieler.
Filmografie (Auswahl)
1954: Gefährliche Fracht
1955: Ernst Thälmann – Führer seiner Klasse
1956: Drei Mädchen im Endspiel
1956: Thomas Müntzer – Ein Film deutscher Geschichte
1958: Anna und Friedrich Schlotterbeck: S.M.S. Prinzregent Luitpold (Max Reichpietsch) – Regie: Theodor Popp (Rundfunk der DDR)
1963: Bernhard Seeger: Rauhreif – Regie: Theodor Popp (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
1963: Rolf Gumlich/Ralph Knebel: Zwischenbilanz – Regie: Helmut Hellstorff (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
1963: Klaus Beuchler: Sprung über den Schatten – Regie: Fritz-Ernst Fechner (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
1961: Joachim Witte: Stunde der Angst (Wegener) – Regie: Joachim Witte (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
1962: Mark Twain: Tom Sawyers großes Abenteuer (Dr. Robinson) – Regie: Karl-Heinz Möbius (Kinderhörspiel – Litera)
1962: Gerhard Stübe: Das Südpoldenkmal (Vorsitzender) – Regie: Fritz Göhler (Hörspiel – Rundfunk der DDR)
1999: Andreas Knaup: Erinnern – Vergessen (Alexander Corin) – Regie: Robert Matejka (Kriminalhörspiel – DLR)
Literatur
Frank-Burkhard Habel, Volker Wachter: Das große Lexikon der DDR-Stars. Die Schauspieler aus Film und Fernsehen. Erweiterte Neuausgabe. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2002, ISBN 3-89602-391-8.
Manfred Brauneck, Wolfgang Beck (Hg.): Theaterlexikon 2. Schauspieler und Regisseure, Bühnenleiter, Dramaturgen und Bühnenbildner. Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg, 2007, ISBN 978-3-499-55650-0.
Kurzbiografie zu:Hetterle, Albert (Alfred). In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Band1. Ch.Links, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4.
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